Lieber Franz Josef,

ist die Welt heut wieder besonders einfach? An Geld und Hirn mangelt’s offenbar nur bei einem schlecht recherchierenden, sich städig selbst widersprechenden Kolumnisten der BILD, der so viel Gehirnjogging mit Dr. Kawashima gemacht hat, dass er glaubt, die Welt in seinen Weisheiten erträken zu müssen.


Es gibt durchaus Medikamente gegen AIDS, der Forschung fehlt es weder an Geld, noch an Hirn – höchstens an Moral. Denn wer sind die am meisten Betroffenen von AIDS? In Afrika befinden sich 64% der AIDS-Erkrankten, in Südostasien 18,4%. Da diese Menschen nicht gerade zu den Zahlungskräftigen der Welt gehören, kommen erforschte Medikamente auch nicht bei ihnen an. In Europa dagegen schon (1,7% der AIDS-Erkrankten global).
Aber warum interessiert Dich das überhaupt, wenn in Afrika ein paar Neger in ihren Blechhütten an AIDS verrecken? Sei doch lieber froh, dass sie weit weg von Dir sind und Dich mit der ihnen – wie überhaupt allen Auslädern – angeborenen Kriminalität nicht in Deutschland belästigen!
Mach Dir keine Sorgen, AIDS ist ein Problem der Armen. Die Idioten, die Sex ohne Kondom haben, haben entweder keine Kondome, bekommen Kondombenutzung von ihren religiösen Oberhäuptern verboten oder wissen gar nicht, dass durch Sex überhaupt Kinder entstehen und Krankheiten übertragen werden können.
Weder um Idioten noch um Neger ist es sonderlich schade, stimmt’s?

Ach so, das auch noch: Wusstest Du eigentlich, lieber Franz-Josef, dass man sich an AIDS nicht anstecken kann, sondern höchstens mit HIV? Egal. Du schreibst, dass jährlich in Deutschland 2800 Menschen neuinfiziert werden. Sie werden sterben (weil die Forschung kein Hirn hat (und kein Geld)), aber es ist gut zu wissen, dass die meisten Neuinfizierten eh nur „Idioten“ waren (denen Sex ohne Kondom mehr Spaß macht als mit – genau wie Dir auch übrigens, wie Du schon ein paar Zeilen später zugibst). Deine „AIDS-Test machen Liebe kaputt“-Phrasen lassen zudem auf außerirdische Ansichten schließen, Franz-Josef, denn, und das muss mal gesagt werden, Deine bisherigen Beziehugnen – ja, ich rede von den zehnminütigen Aufenthalten mit Prostituierten auf der Toilette der Paris-Bar – gingen nicht kaputt, weil Du beim AIDS-Test nicht wusstest, was Du ankreuzen sollst, sondern weil die Zeit einfach um war, für die Du bezahlt hast.

Wir sind dir trotzdem dankbar, dass Du du trotz nächtelanger Aufenthalte im nikotingeschwägerten Nebel der Paris-Bar doch noch die Puste hast, uns die Wahrheit durch Deine Zahnlücke zu pfeifen.

Herzlichst

Gahi & Morné

P.S.: Was uns gerade noch auffällt: BILD schreibt man groß, genau wie HIV und AIDS. Ist es ansteckend, Franz Josef?

Comments are closed.