Kompetenzzentrum Köln

Kinder zu haben, bedeutet viel Freude. Und Freud und Leid liegen oft beieinander. Jetzt hab ich den Artikel mit zwei hohlen Phrasen begonnen, aber das trifft’s als Einleitung ziemlich gut. Eigentlich geht es nämlich um die Betreuungssituation für kleine Kinder, hier in Köln. Und die gleicht einem einzigen, großen Schildbürgerstreich.

Ich hatte eigentlich gar keinen so schlechten Eindruck von der Betreuungssituation in Köln. Meine Stieftochter war mit Zwei Jahren zu Tagesmutter gegangen, danach direkt in eine städtische Kita. Für Geschwisterkinder gibt es einen Bonus, früher im Kindergarten aufgenommen zu werden, also einen der begehrten U3-Plätze (unter 3 Jahre) zu bekommen. Eine bekannte Mutter hatte ihre Tochter dort mit 1 Jahr schon unterbringen können. Kurz nach der Geburt sprach ich im Kindergarten in der Düstemichstraße vor. Mir wurde die Kita kurz gezeigt und ich fand sie ganz gut, nahm also einen Antrag mit. Dann erklärte mir der Kita-Leiter, ich könne einen Antrag auf einen Platz mitnehmen, ausfüllen und abgeben. Wann ich den abgebe, wäre nicht so wichtig. Vor Ende des Jahres müsse er aber bei der Stadt sein, damit er bei der kommenden Platzvergabe noch berücksichtigt werde. Und das mit dem Geschwisterbonus, ja, das wäre schon so, aber eben nur für die Kinder, die noch in der Kita sind. Und da es nur 25 U3-Plätze gibt, die gerade auch alle mit relativ kleinen Kindern belegt sind, die (fast geschlossen) erst übernächstes Jahr in die Ãœ3-Gruppen wechseln, hätten wir da eigentlich keine Chancen.

Ich war total desillusioniert. Kyra war erst im Vorjahr eingeschult worden, also gerade mal 1 Jahr nicht mehr in der Kita. Schon ist der Geschwister-Bonus futsch. Bei den wichtigen U3-Plätzen die Gruppen strukturell so aufzubauen, dass die Plätze nur alle zwei Jahre frei werden, fand ich auch nicht ganz so clever. Aber was soll ich mich ärgern, ädern kann ich’s eh nicht. Also gab ich den Antrag inklus. Arbeitsbestätigungen im November oder Dezember 2010 ab. Wir würden gern einen Platz in einer städtischen Kita, am liebsten in der Düstemichstraße haben, oder einen Tagesmutterplatz. Ich wurde dann ein oder zwei Monate später vom Jugendamt angerufen, das mit mir den Antrag durch ging, weil ich einen Schreibfehler drin hatte, der denen unklar war. Damit hatte ich großes Glück, denn die meisten bekamen eine Eingangsbestätigung erst  Monate oder gar ein Jahr(!) später und so wusste ich schon mal, dass mein Antrag komplett und richtig war.

Im Februar hörte ich von den ersten Kindern, die einen Platz ergattert hatten, im April bekamen wir den Brief mit der Absage. Ich kümmerte mich direkt um eine Tagesmutter und war damit sehr spät dran. Das Jugendamt gab mir zwei zur Auswahl. Bei der Ersten kam ich nicht mal bis zum Vorstellungstermin, weil sie den Platz vorher vergeben hatte. Die Zweite hatte eine komplett verrauchte Bude, hatte zwar alibimäßig das Fenster sperrangelweit aufgerissen, in der Hoffnung, dass ich den Qualm nicht rieche. Als ich das Jugendamt darauf ansprach, drückten sie sich etwas bedröppelt um eine Erklärung, wussten aber von der Situation bei dieser Tagesmutter. Zähneknirschend nannten sie mir den dritten Namen und diese wurde es auch. Glücklicherweise eine ausgebildete Erzieherin mit etwas herbem Charme.

Wir schlossen den Vertrag ab und dort erwartete uns der nächste Hammer. Eine Betreuung für 25h/Woche würde uns 630€ im Monat kosten. Das ist mehr als viele Leute an Miete zahlen. Dabei ist die Berechnung der Kosten relativ kompliziert, weil sich die Stadt Köln da ein total verqueres Finanzierungskonzept ausgedacht hat. Jede Tagesmutter wird mit 3.50€/Stunde von der Stadt bezuschusst. Den Rest des Stundenlohns zahlen die Eltern. Die Tagesmütter sind damit halb von der Stadt und halb von den Eltern angestellt, haben bezahlten Urlaub und eine Einzahlung in die Sozialkassen von Seiten der Stadt. Klingt eigentlich nach einem fairen Deal. Würde die Stadt sich nicht den Zuschuss „einkommensgestaffelt“ von den Eltern zurückholen. Dabei bekommen Familien mit einem jährlichen(!) Familieneinkommen(!) bis 12.271 € (das dürfte etwa der H4-Satz sein) den vollen Zuschuss von der Stadt, alle darüber müssen den Zuschuss zurückzahlen. In unserer Familie, mit einem normal verdienenden Mann und einer Frau, die halbtags arbeitet und den Rest der Zeit ihrer Promotion nachgeht, müssen wir den größten Teil des Zuschusses zurückzahlen.

Unsere Tagesmutter nimmt pro Kind 7 €/Stunde. Wir zahlen also 3,50€/Stunde direkt an sie (das sind so knapp 400 €) und nochmal über 200€ an die Stadt. Eine Vollzeitbetreuung hätten wir uns nicht leisten können, denn dann hätte die Tagesmutter mehr gekostet, als ich verdiene. Entsprechend groß war für uns die Not, einen Kita-Platz zu bekommen.

Anfang des Jahres 2012, ich war wieder schwanger, riefen wir wieder bei der Stadt an. Ob bei dem Kita-Antrag etwas aktualisiert werden müsse, ob der noch vollstädig sei, ob wir irgendetwas tun können, um einen Platz zu bekommen. Ob wir uns mit meinem Elterngeld noch die Tagesmutter würden leisten können, war nicht ganz klar und es wäre auch nicht sehr sinnvoll gewesen, Lieschen für mein Jahr Elternzeit aus der Betreuung zu nehmen, bis sie mit 3 ja sowieso einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz bekommt. Als das Jugendamt das hörte, wollten sie sofort eine ärztliche Bestätigung der Schwangerschaft von uns, damit unser Antrag priorisiert bearbeitet werden könne. Ich rief auch bei der Kita an. Dort sagte man mir, es wären alle U3-Plätze schon vergeben und die Stadt wäre mit der Platzvergabe so gut wie fertig. Panik bei allen Beteiligten, vor allem bei mir. Ich rief nochmals beim Jugendamt an, um zu fragen, wo ich am besten die Kopie des Mutterpasses hinschicken soll. Die Stadt hatte in diesem Jahr eigens eine Hotline für die Betreuungsplätze eingerichtet und man hat seitdem nie zweimal die gleiche Person am Hörer. Dieses mal hatte ich eine Person am Hörer, die mich darüber aufklärte, dass meine Schwangerschaft überhaupt keinen Einfluss auf einen Kita-Platz hat. Aha, na sehr schön. Es würden außerdem keine Absagen mehr verschickt, wir sollen uns also nicht wundern, wenn wir KEINEN Brief von der Stadt bekämen. Außerdem stellte sich raus, dass bei gleichen Vorraussetzungen das Eingangsdatum des Antrags entscheidet – also hatte der Herr Kita-Leiter mich falsch informiert.

Für das Kindergartenjahr 2012/2013 und einen U3-Platz hatten wir keine Hoffnung mehr. Wir warteten auf einen Brief, es kam keiner. Da man von der Stadt insgesamt ja keine Informationen bekommt, bzw. die, die man bekommt, auch noch widersprüchlich sind, rief ich bei der Stadt an und drägte auf ein Schreiben, dass wir keinen Platz bekommen haben. Dass unser Antrag aber vollstädig und richtig sei. Gar keine schlechte Idee, wie sich gestern rausstellte.

In Gesprächen mit anderen Müttern mit Kindern im gleichen Alter haben die ersten Kinder Kita-Plätze erhalten. Im Unikindergarten (in den wir nicht dürfen, weil ich nicht in derselben Stadt eingeschrieben bin wie ich wohne), in Elterninitiativen, im bilingualen Kindergarten. Ich kenne nur zwei Kinder, die einen U3-Platz bei einer städtischen Kita bekommen haben: eines wohnt so weit draußen, dass die Kita schon fast nicht mehr zu Köln gehört. Das andere ist Kind eines Bundeswehrangestellten. Sie waren ein paar Monate vorher nach Köln gezogen, hatten im Januar 2012(!) erst einen Antrag gestellt und ein paar Wochen später einen U3-Platz bekommen, obwohl sie gar keinen wollten. Die Mutter wollte zuhause bleiben, bis das Kind 3 ist und hatten auch einen entsprechenden Antrag für einen Ãœ3-Platz gestellt. Im Schreiben vom Jugendamt stand, dass sie den U3-Platz annehmen müssen, da sie sonst den Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz komplett verlieren.

Als Frederik im Sommer geboren wurde, meldete ich ihn direkt für einen Kita-Platz an, geht mittlerweile auch online. Es kam eine Eingangsbestätigung per Email und ich hakte die Sache für die nächsten 3 Jahre ab. Dann rief mich die Stadt Köln, bei der mal wieder irgendwelche Zustädigkeiten gewechselt hatten, kurz nach Lieschens Geburtstag im September an. Ob wir noch Interesse an einem Platz in der Kindertagespflege hätten. Sie wären gerade mal die Datenbank durchgegangen, wer noch Bedarf hat. Ich konnte mein Glück kaum fassen, wurde aber doch misstrauisch und fragte, welches Kind sie denn meinen. Die können doch jetzt nicht den Kleinen meinen, dachte ich mir. Meinten sie auch nicht. Sie meinten die Große, deren Antrag sie seit Zwei Jahren nicht interessiert hat. Ich machte sie gutmütig darauf aufmerksam, dass sie ja ihre Datenbank mal aktualisieren könnten, weil meine Tochter schon seit einem Jahr bei der Tagesmutter sei. Sie lachten dann etwas verlegen und meinten, dass das halt alles nicht so aktuell ist. Ist ja auch kein Problem, Kinder wachsen ja auch nicht und Eltern müssen nicht arbeiten. Die lieben Kleinen bleiben einfach bis zur Schulpflicht zuhause, dann geht’s nicht mehr anders. Ich erwähnte natürlich, dass wir dringend einen Kita-Platz bräuchten, aber die Dame wiegelte freundlich ab. Dafür sei sie nun wirklich nicht zustädig.

Wir hatten die Tagesmutter trotz Elternzeit behalten und die Betreuungsstunden reduziert, damit wir uns nicht endgültig ins finanzielle Abseits katapultieren. Leider hat die Stadt Köln es nicht geschafft, den Ummeldeantrag sachgemäß zu bearbeiten. Nach Monaten kam ein Schreiben, dass wir mit der Stundenreduzierung jetzt weniger zu zahlen hätten. Der Betrag stimmte auch. Aber sie hatten die Ummeldung zu einem falschen Datum ins System eingetragen, so dass wir zwei Monate einen zu hohen Elternbeitrag an die Stadt gezahlt haben. Ich weiß nicht mehr, wie oft ich dort angerufen habe. Sie haben es nicht hingekriegt, das zu korrigieren. Auch nicht, als unsere Tagesmutter die Ummeldung noch einmal schriftlich neu beantragte und um Korrektur bat. Wir haben das Geld bis heute nicht. Aber in dem Schreiben, in dem die Ummeldung falsch bestätigt wurde, haben sie mal locker flockig 2 Monatsraten (remember: immerhin über 400€) von uns nachgefordert und angemahnt, die wir schon lägst gezahlt hatten.

Ungefähr zu der Zeit lernte ich die ersten Mütter kennen, die auf Tagesmutter umsattelten, weil die Betreuungssituation so schlecht ist, dass sie ihren Beruf nicht mehr ausüben können. Tagesmutter zu werden wird einem in Deutschland recht leicht gemacht: Man macht einen kurzen Kurs – ich glaube, der umfasst 12h und 400€ oder so. Dann macht man noch den großen Erste-Hilfe-Kurs und los geht’s. Besonderes Schmankerl in Köln: man darf als Tagesmutter schon anfangen, bevor man den Qualifizierungskurs abgelegt hat, es reicht, angemeldet zu sein. Damit meine ich nicht, dass die Tagesmütter in spe so gern ohne Qualifizierung Kleinkinder betreuen wollen. Nein. Das Jugendamt geht auf die Frauen zu, die die Qualifizierung erlangen möchten und legt ihnen nahe, schon vor der Ausbildung mit der Arbeit zu beginnen. Ich kenne zum Glück nur Tagesmütter, die das abgelehnt haben. Aber wer schnell Geld verdienen will, der darf auf Vorschlag des Jugendamtes gern gäzlich unqualifiziert Kleinkinder betreuen. Seit dem letzten Jahr dürfen Tagesmütter 5 Kinder gleichzeitig in ihrem Privaträumen betreuen, ein Kind mehr als im Vorjahr. Nachdem dies genehmigt wurde, hat die Stadt Köln großkotzig auf ihrer Homepage verkündet, das Betreuungsangebot für Unter-3-Jährige sei um 30% ausgebaut worden. Man habe sich erfolgreich dem Ausbau der Tagespflege,  der ab dem  Jahr 2013 für 1jährige als Rechtsanspruch besteht, gewidmet. Ist auch wirklich eine Bomben-Leistung, allen Tagesmüttern einfach ein Kind mehr aufzudrücken und Leute als Betreuungspersonen loszuschicken, die gäzlich unqualifiziert sind.

Aber zurück zu uns. Im Jahr 2013 wurde die Kita-Platzvergabe zeitlich nach hinten verlegt. Sie war sonst immer im April abgeschlossen. Dieses Jahr haben sie im April erst angefangen, Plätze zu vergeben. Es werden keine Absagen mehr verschickt, aber dieses Jahr MÃœSSEN wir einen Brief bekommen! Lieschen wird 3, sie hat einen rechtlichen Anspruch auch einen Kita-Platz für immerhin 25h. Damit kann kein Mensch richtig arbeiten gehen, aber ist ja egal. Auf der Homepage der Stadt Köln war angegeben, dass die Vergabe Mitte April erfolgt. Ich habe so lange auf diesen Termin gewartet, dann kam die Pressemeldung:

„Ab dem heutigen Montag, 15. April 2013, verschickt die Stadt Köln die Aufnahmezusagen für die städtischen Kindergärten. In der ersten Runde des Verfahrens werden für alle vorhandenen Plätze Zusagen erteilt. Da nicht alle Kinder versorgt werden können, verbleiben einige zunächst auf einer Warteliste.“ (http://www.stadt-koeln.de/1/presseservice/mitteilungen/2013/08078/)

Am Samstag vorher hatte ich schon von einer Mutter gehört, deren Sohn in unserem Stadtteil in ihrer Wunsch-Kita einen Platz bekommen hat. Er ist am 9.9. geboren, also eine Woche vor Lieschen. Ich hatte große Hoffnung auf einen Platz. Eigentlich haben Kinder aus der zweiten Jahreshälfte bei der Platzvergabe eher schlechte Karten – logischerweise gehen die Einträge viel später ein als die früh im Jahr geborener Kinder. Ich bin jeden Tag 20 mal zum Fenster geflitzt um zu schauen, ob die Post kommt. Es kam kein Brief. Natürlich musste die Post auch noch streiken und unsere Postausträgerin ihre Route so ädern, dass die Post jetzt statt um 9 immer erst zwischen 14 und 16 Uhr kommt. Kein Brief. Samstag nicht. Montag nicht. Dienstag nicht. Mittwoch nicht. Donnerstag nicht.

Freitag früh war ich verzweifelt genug, bei der Stadt anzurufen. Ich hätte es lassen sollen. Die Person, die ich diesmal am Hörer hatte, versuchte mich zu beruhigen. Ich hab meiner Verzweiflung wohl glaubhaft Wort verliehen. Wir würden auf jeden Fall einen Brief bekommen. Ich erwiderte, dass die Vergabe ja abgeschlossen sei, laut Information der Stadt Köln. Sie verneinte das, die Vergabe sei noch am Laufen. Es werden städig Briefe verschickt, aber leider wären so viele Falschinformationen im Umlauf, würden auch von den Kitas falsche Informationen rausgegeben. Ja, das hab ich gemerkt. Selbst beim Jugendamt weiß die Linke nicht, was die Rechte tut. Die Mitarbeiter haben ganz offenkundig keine Ahnung von den Pressemitteilungen, die rausgegeben werden. Ich erwähnte, dass ich zwei Kinder habe. Dass wir uns die Tagesmutter-Kosten für zwei Kinder nicht leisten können (das würde dann auch die Sume unserer Miete übersteigen) und dass ich mich, wenn ich keinen Kita-Platz bekomme, arbeitslos melden muss und dabei Fristen einzuhalten habe. Sie versuchte mich zu beruhigen, es habe ja jedes Kind ab ein Jahr ab 2013 einen Rechtsanspruch, deswegen müssen wir einen Brief bekommen, weil uns ein Platz angeboten werden muss. Ich erwähnte, dass der Rechtsanspruch für einen Betreuungsplatz und nicht für einen Kita-Platz gilt. Da war sie total überrascht. Ich auch. Diese Person hat die basalsten Grundlagen der rechtlichen Regelungen nicht mitbekommen. Ich kam noch einmal auf die horrenden Tagesmutter-Kosten zu sprechen und dass es unmöglich ist, diese für zwei Kinder zu tragen. Dass es bei den Kitas ja einen Geschwisterbonus gibt, bei dem man nur für das erste Kind bezahlt. Ob es etwas ähnliches denn auch bei den Tagesmüttern gibt. Sie war wiederum total überrascht. Von dem Geschwisterbonus wusste sie auch nichts. Soviel zum Thema Falschinformation. Nicht mal vom Jugendamt selbst bekommt man einheitliche Informationen. Und wenn ich einen Beamten am Hörer habe, der zu mir sagt „Da kann ich Ihnen jetzt leider nicht weiterhelfen.“, ich bin ehrlich, dann brauch ich ’nen Schnaps. Und wenn ich nochmal dieses einhellige Geschrei von Politikern und Medien höre, die Akademikerinnen sollen doch jetzt bitte mal für den deutschen Nachwuch sorgen und mehr Kinder kriegen, ich bin ehrlich, DANN BRAUCH ICH ‚NE WAFFE! Denn, bringen wir es doch auf den Punkt, die Wissenschaft hat sich für mich mit meinen Kindern komplett erledigt.

Das Gespräch mit der Stadt endete dann, wie immer zur vollsten Unzufriedenheit und Verwirrung. Aber die Krönung kam, als ich mit Liese und Fefe am Ende des Tages die Tür aufschloss, in Form zweier Briefe von der Stadt. Beide im Wortlaut absolut identisch – sogar mit einheitlichen Tippfehlern – einmal für Frederik, einmal fehlt Name und Geburtsdatum des betreffenden Kindes. Dass es der Brief für Liese sein muss, haben wir nur am unterschiedlichen Aktenzeichen erkannt.


Wir haben keinen Platz. Unser Antrag war nicht eindeutig, obwohl ich das Gegenteil in zig geführten Telefongesprächen mit der Stadt gehört und dieses auch schriftlich von der Stadt bekommen habe. Wir können vielleicht, wenn wir Glück haben und mal lieb nachfragen, uns für einen Platz in einer Kita vormerken lassen, die noch nicht einmal geöffnet ist. Von dieser Kita war zur Antragstellung noch gar keine Rede – aber klar, die haben wir sicher gemeint mit unserem Antrag bei der Stadt. Dabei haben wir sicher die Kita eines freien Trägers gemeint, deren Plätze man gar nicht über die städtische Vergabe erhalten kann. Klar. Und es hat ja auch keine Gründe, dass wir in einen städtischen Kindergarten wollen und nicht etwa in einen kirchlichen, eine Elterninitiative, einen Waldorfkindergarten oder sonst ein Konstrukt, für das man ideologisch etwas verdreht sein, keine Arbeit oder etwas zuviel Geld haben muss.

Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie verarscht ich mich fühle. Und ja, wir tragen uns mit dem Gedanken, nun einen Anwalt einzuschalten.

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