Archive for the ‘Medien’ Category

Schwarzers Schwarzgeld

Alice Schwarzer, der Dagobert Duck unter den feministischen Journalistinnen, stolpert über ein Schwarzgeldkonto in der Schweiz und die Medien sind voll davon. Um es vorweg zu sagen: ich kenne mich nicht aus im Haifischbecken der Aktivistinnen. Ich bin nicht vertraut mit den Diskussionen um modernen Feminismus, Paternalismus oder die streitbaren Positionen Alice Schwarzers. Ich kenne weder ihre Biografie noch all ihre Fehltritte im Detail – genau genommen interessieren sie mich auch nicht sonderlich. Das immer wieder aufflammende reflexhafte Schwarzer-Bashing finde ich ebenso befremdlich wie die teilweise eindimensionalen Darstellungen der Emma. Vor allem in der Prostitutionsdebatte der letzten Monate scheint ein differenzierter Diskurs unmöglich. Polarisierung und Polemisierung  auf allen Seiten. Read the rest of this entry »

Spar Wachs

Im TV werden grad alle (un)umöglichen Filme der Star-Wars-Reihe gezeigt. Mal wieder. Das ist nicht mal als Hintergrundgepläkel zu ertragen, wenn man vorrangig etwas anderes zu tun hat. Die dramaturgische Komplexität, die jeder Grundschüler besser hätte ausarbeiten können, wird nur noch von den bemühten Sprachfehlern dieser intergalaktischen Freakshow übertroffen.

Jede zweite Figur hat irgendeine Blockade im Sprachzentrum: Dieser grünliche, alt gewordene Mogwai ist ein wandelnder Syntaxfehler und obwohl es in der Star-Wars-Welt hochtechnisierte Raumschiffe gibt, können Roboter entweder nur Blinkern oder grenzdebile Äußerungen von sich geben. Dann gibt es da noch diesen unförmigen Ichse-Duse-Michse-Dumbo und den bösen, schwarzen Mann mit dem fest installierten Asthma-Inhalator im Gesicht. So ein schwächlicher Asthmatiker kann einem wirklich Angst einjagen.

Aber das Schlimmste ist immernoch dieser laufende Flokati, dessen „brüllen“ eine Mischung aus Ächzen und abgebrochenen Eselslauten ist. Sein Name hätte sich auch irgendwie besser als Kaugummimarke gemacht…

Da kann man nur entnervt abschalten und sich still fragen, wer indreiteufelsnamen sich eigentlich so eine flache Scheiße ausdenkt.

Normal?

Die Bild-Zeitung, die ja gern die Bevölkerung in normal und pervers unterteilt, hat einen neuen Coup gelandet:

Das ist eine ganz ausgezeichnete, von Wissenschaftlern geprüfte Methode, um Menschen endlich als gut oder böse zu entlarven. Endgültig! Da kann man nichts verstecken. Wer hätte damit gerechnet, dass bei der Bild-Zeitung noch einmal sowas wie Selbstreflektion einsetzt ?

Als nächstes sollte die Bild-Chefetage mal die eigenen Redakteure auf Herz und Nieren prüfen, denn schließlich muß man als Massenmedium ja nicht nur verkaufen, sondern auch noch mit gutem Beispiel voran gehen. So wie unser lieber Franz Josef Wagner. Das ist dieser Typ, der Briefe an Gegenstäde schreibt, sich im Kundtun seiner Meinung in einem Satz bestenfalls elf mal widerspricht und dermaßen ungebildet, häßlich und dämlich ist, dass es jeder Beschreibung spottet. Aber seht selbst:

Brennende Kinder? Alles klar, Wagner, alles klar!

Lieber Franz Josef,

ist die Welt heut wieder besonders einfach? An Geld und Hirn mangelt’s offenbar nur bei einem schlecht recherchierenden, sich städig selbst widersprechenden Kolumnisten der BILD, der so viel Gehirnjogging mit Dr. Kawashima gemacht hat, dass er glaubt, die Welt in seinen Weisheiten erträken zu müssen.

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Prost, Ditte!

Ich hatte eigentlich nicht vor, die Olympischen Spiele, die derzeit in Peking durchgedopt werden, irgendwie zu kommentieren. Das haben allerhand Protestler schon getan, ohne dass das IOC („I Only Calculated gain“) sich davon beeindrucken ließ. Die ersten Tage liefen für die Deutschen schlecht, ohne Medaille, dafür um so besser für einen amerikanischen Schwimmer Phelps, der offensichtlich vorhat, sich jeden seiner Zähne mit einer Goldmedaille zu verschönern (letztes Olympia waren’s 4, dieses sollens 8 werden).

Aber jetzt, endlich!, hat uns doch noch eine Athletin zu Ruhm verholfen, von der man es gar nicht mehr erwartet hat: Ditte Kotzian!

Die Disziplin: Synchron-Turmspringen. Das ist in etwa wie Synchron-Schwimmen – so sinnvoll wie ein Kropf, nur nicht mit der gleichen Regina-Regenbogen-Mentalität. Ich kann trotz allem nur gratulieren! Da hat sie mit ihrer Partnerin Heike Fischer eine Bronzemedaille gewonnen und die Deutschen mental zurückgeholt in die Dreckmetropole Peking, mit vergiftetem Wasser und verpesteter Luft. Das ganze zum Abschluß einer Karriere, bei der es zwar nicht für die Spitze der Welt gereicht hat, aber immerhin für Aufkmerksamkeit im eigenen Land, auch wenn die möglicherweise eher dem Namen zuzuschreiben ist als der sportlichen Leistung. Zahlreiche Besuche der Mekkaekke verdanke ich ihrem Namen, der zweifellos Fragen aufwirft und mich zu einer ausführlichen Betrachtung hinreißen ließ. Zwischen „Jungens in Feinstrumpfhosen“, „Busen Blitzer“ und „Bastelzeitung“ ist ihr Name einer der Schlagworte, die unweigerlich zur Mekkaekke führen. Dafür möchte ich ihr danken. Jetzt, wo sie berühmt ist, schauen alle nur noch auf die Medaille, nicht mehr den Namen, besser konnte es gar nicht kommen!

Herzlichen Glückwunsch und Prost, Ditte!